Die Geschichte des Kulturfabrik-Areals reicht bis ins Mittelalter zurück. Das Gebiet lag damals außerhalb der Stadtmauern und wurde immer wieder durch die Hochwässer der Donau überschwemmt. Über Jahrhunderte ankerten an der Donaulände die typischen Schiffsmühlen, die zum Mahlen des Getreides, aber auch als Tabakmühlen verwendet wurden.
Im Jahr 1724 wurde dann eine Tabakmanufaktur in Hainburg gegründet und im Jahr 1784 verstaatlicht. Die Produktion stieg in den folgenden Jahrzehnten derart rasant, dass im Jahr 1847 das größte und wichtigste Fabrikgebäude errichtet wurde: das sogenannte „Donaugebäude“ - die heutige Kulturfabrik Hainburg.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden Zigarren und Zigaretten manuell hergestellt, dann lösten die ersten Maschinen die händische Arbeit nach und nach ab. Im Jahr 1905 fanden in der nunmehrigen k.u.k. Haupttabakfabrik rund 2.500 Menschen Arbeit, der Höchststand an Beschäftigten.
Wie bedeutend die Tabakfabrik einst war, zeigt, dass sogar eine eigene Haltestelle der Pressburger Straßenbahn direkt bei der Tabakfabrik errichtet wurde. Diese Station wird heute noch genutzt: hier hält die S7.
Nach nicht realisierten Ausbauplänen in den Dreißigerjahren kam im Jahr 1964 ein Produktionsstopp – nach 117 Jahren. 1977 hauchte dann die „PTG - Produktion für die Tabakwarenindustrie Gesellschaft“ dem traditionsreichen Bau neues Leben ein. Nach dem endgültigen Aus der Produktion im Jahr 1992 stand das Gebäude leer.
Im Jahr 2005 wurde auf Initiative des Landes Niederösterreich mit der umfassenden Sanierung und Adaptierung des Industriebaus als öffentliches Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum begonnen.
Die Kulturfabrik Hainburg war geboren – ein Symbol der Aufbruchsstimmung eines neuen europäischen Zentralraums.